Schulzentrum Fallersleben, Wolfsburg

Wettbewerb 2011
- 2. Preis

Schulzentrum Fallersleben, Wolfsburg

Wettbewerb 2011
- 2. Preis

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit 1007 schafft es auf beeindruckende Weise, ein ruhiges städtebauliches Konzept zu zeigen, das die bestehende heterogene Architektur zu einem ruhigen Gesamtensemble zur Karl-Heise-Straße zusammenfasst. Durch die Setzung eines langen Gebäuderiegels schafft das Gebäude auch optisch einen kompletten Neuauftritt. Die Qualität des Entwurfs liegt nicht allein nur im Ordnungsprinzip, sondern vor allem in der Reduktion der Maßnahme, was gleichzeitig ein großes Potenzial für die Gesamtschulanlage und einer Weiterentwicklung für weitere bauliche Schritte in der Zukunft ermöglicht. Die Erschließung erfolgt sowohl vom Schützenweg, als auch über die Karl-Heise-Strasse, als auch über eine lang gezogene, parallel zum Gebäude verlaufende Erschließungsachse. Mit seinem Schulboulevard erreicht der Verfasser ein externes und internes Erschließungssystem, das alle Bereiche optimal anbindet. Das Preisgericht empfiehlt das Thema der Busvorfahrten sowohl von der Karl-Heise-Strasse als auch vom Schützenplatz an zu denken, und daraus die vorgeschlagene Baumachse, unter den die Fahrradständer platziert sind, aufzulockern, um auch von Norden eine Durchgängigkeit in den Schulboulevard aufzugreifen. Die Idee des Entwurfsverfassers, das Forum von Osten in zwei Ebenen zu erschließen und dem Forum dadurch eine räumliche Dimension zu geben, wird als eine besondere Qualität gesehen, da es den Zufluss der Schüler in das Gymnasium und in die Realschule auf hervorragende und entlastende Weise ermöglicht. Zugleich wird das Forum durch die Erlebbarkeit mit den Niveaus, Treppenanlagen und Lufträumen zu einem starken Ort der Identifikation für die Schule. Intelligenter Weise integriert der Verfasser die vorhandene Struktur und respektiert die vorhandenen gerade sanierten Bereiche nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Das Erhalten des C-Traktes nutzt der Verfasser, um im EG die Mensa und im 1. OG die Bibliothek unterzubringen. Dies ist für die schulische Vernetzung dieser beiden Bereiche gut gelöst, allerdings mit dem Nachteil, dass die Öffentlichkeit diese Nutzungszonen nur über den Neubauriegel erreichen kann. Die Verfasser ziehen durch Lufträume das 1. und 2. Geschoss von Bauteil C zusammen und verbinden damit die für alle gemeinsam zu nutzenden Entspannungs- und Ruheräume, sowie den Spiele- und Billardraum. Damit hat das Bauteil C eine besondere zentrale Qualität erhalten, die das Herzstück der Anlage für alle drei Schulformen darstellt. Der neue Riegel hat eine sehr intelligente Anbindung an die Klassenräume durch das Versetzen von Nord nach Süd. Dadurch entsteht eine spannende Verbindung zwischen Flur und den Klassenräumen, die durch die Arbeitsinseln genutzt wird.

Zusammenfassend hat diese Arbeit durch den geringen Abbruch und geringen Neubau ein Investitionspotenzial geschaffen, dass es erlaubt, auch weiter zu denken. Insgesamt wird die Arbeit vom Preisgericht als ein sehr guter Beitrag gewertet.